Die Stratzinger Pfarrkirche zum Hl. Nikolaus

Manche Forscher bringen den Namen Stratzing mit dem slawischen Wort "strac" in Verbindung, was soviel wie Warte, Wartberg oder Wacherer bedeutet und auf Grund der Lage durchaus als Namensgebung verständlich wäre. Der Kirchberg von Stratzing diente sicher schon in ältester Zeit als Kultstätte.

Schon vor rund 900 Jahren stand an der Stelle der heutigen Pfarrkirche ein Gotteshaus, das dem Hl. Nikolaus geweiht war. Die Darstellung im südlichen Seitenschiff gehört zu den ältesten Nikolausdarstellungen in Niederösterreich. Vieles lässt darauf schließen, dass dieses Seitenschiff die ursprüngliche in den Urkunden erwähnte Kapelle und damit der älteste Teil unserer Pfarrkirche ist.

Die Wehrkirche in Stratzing wurde im 12. Jahrhundert (um 1122) erbaut und war eine Filialkirche von Krems. Seit dem Jahre 1389 ist Stratzing eine selbständige Pfarre.

Um 1400 erhielt die Pfarrkirche ihr heutiges Aussehen. Die heutige, dreischiffige Pfeilerbasilika wurde im Jahr 1522 geweiht.

Bedeutend ist auch die Westempore mit ihrer Masswerkbrüstung aus dieser Zeit. Ganz vorne steht der barocke Hochaltar aus grauem Türnitzer Marmor aus dem 18. Jahrhundert. Das Bild darüber aus dem Jahre 1769 malte Martin Johann Schmidt, der berühmte KREMSER Schmidt und zeigt den Hl. Nikolaus mit einer Ansicht von Stratzing.

Besonders auffallend ist noch die große Statue links vom Mittelgang. Sie stellt einen Heiligen dar, der in Stratzing besonders verehrt wird, den Hl. Sebastian. In der linken Wand neben dem Hochaltar ist ein gotisches Sakramentshäuschen. Im rechten Seitenalter ist eine (wieder aufgefundene) spätgotische Marienstatue aufgestellt.